Yin Yoga – entspannen, lösen, öffnen

Vor kurzem habe ich an einem Yin Yogaworkshop teilgenommen. Ich dufte mehr als zwei Stunden Entspannung, Bewusstsein, Öffnung, Kraft tanken und los lassen genießen. Als ich das Studio verlassen habe, konnte ich nicht mehr aufhören zu lächeln. Obwohl der Fokus des Workshops auf Schultern und Nacken lag, hat es bei mir den ganzen Körper erwischt. Alles war mit Glückshormonen übersät.

Was ist Yin Yoga

Yin und Yang ist bestimmt vielen ein Begriff. Es ist das Symbol der Gegensätze und Unterschiedlichkeiten, die jedoch zusammen gehören wie Geschwister. Es dabei um Gegensätzlichkeiten, dich sich voneinander abgrenzen, aber auch einander ergänzen.

Bei Yoga wird mit Yin verbindendes Gewebe bezeichnet, wie etwa Sehnen, Bänder und Faszien. Yang hingegen meint bewegliches und formbares, wie etwa Muskeln und Blut. Dynamisches Yoga, wie Vinyasa und Hatha ist daher Yang Yoga, da es dabei auch Kräftigung und Spannung geht. In jeder Pose in der ein Muskel gedehnt wird, wird ein anderer gekräftigt. Bei der Erstellung einer Klasse versuchen Trainerin/Trainer einen schönen Bewegungsfluss zu erstellen, der durchaus fordernd ist.

In der Yin Yogapraxis wird jede Position ca. fünf Minuten gehalten, dafür soll sie aber auch möglichst angenehm sein. Yinyoga bietet die unglaublich heilsame Möglichkeit, sich zu öffnen, Spannung aus dem Körper zu bekommen und noch tiefer in sich zu gehen. Der Körper findet Ausgleich zu der Dynamik und der Hektik des Alltags. Der Geist findet Ruhe von Informationsüberfluss und Reizüberflutung. Der ganze Körper wird dabei auf eine sanfte Art stimuliert.

Durch das lange Verweilen in einer Position kannst du dich noch genauer auf den eigenen Körper fokussieren. Hier ist die Zeit durch den Körper zu wandern und zu spüren wo es vielleicht Verspannungen oder Verkrampfungen gibt. Du findest deinen Weg, loszulassen. Ein getrübter Blick klärt sich vielleicht, der Geist öffnet sich.

Der Energiefluss ist wesentlicher Bestandteil von Yoga und wird durch die verschiedenen Posen und den Atmen gefördert. Yin Yoga ist eine wunderbare Möglichkeit, den eigenen Atem zu beobachten und zu spüren, da man sehr lange in einer Pose bleibt und eigentlich nichts anderes macht, als zu spüren und zu beobachten. Man kann sich dabei vollkommen auf die Ein- und Ausatmung einlassen.

Ich habe hier einen tollen Artikel über Yin Yoga gefunden, der diesen Yogastil sehr schön und genau beschreibt.

Meine Yin Yoga Erfahrung

Zum allersten Mal habe ich Yin Yoga in Costa Rica gemacht. Es war eine 90 minütige Einheit in OM Cashewhill bei Nicole Hudson. Wir praktizierten bei Sonnenuntergang im Dschungel mit Blick auf das Meer. Ich wusste damals nicht wirklich was mich erwartet, aber ich war darauf eingestellt, dass es körperlich fordernd wird. Tatsächlich war es körperlich nicht wirklich fordernd, sonder sehr angenehm. Allerdings brauchte ich einige Zeit, um meinen Geist darauf einzustellen, da meine Erwartung eine andere war. Nach einiger fand ich meinen Weg und spürte wie ich die Spannung ablegen konnte. Da in Costa Rica die Sonne sehr früh und schnell untergeht, begann die Einheit kurz vor Sonnenuntergang und schloss als es bereits dunkel war. Das habe ich als wahnsinnig schönen Abschluss empfunden. Denn das was man im Studio künstlich herstellt in dem das Licht am Ende abgedreht wird, passierte hier ganz von selbst. Herrlich!

 

Zuletzt nahm ich an dem angesprochenen Workshop teil, der zweieinhalb Stunden dauerte. „Wir dir da nicht fad?“, wurde ich gefragt. Nein, ganz im Gegenteil, es war total interessant. Mein Körper öffnete sich langsam Schritt für Schritt. Ich spürte teilweise richtig, wie Energie in mir zu fließen begann und Blockaden, Spannungen, Belastungen gelöst wurden.

Ich empfand es als Geschenk fünf Minuten in einer Pose zu liegen und einfach nur mich selbst zu spüren. Ich ging sehr vorsichtig mit mir selbst um und glitt körperlich und geistig tiefer in die Positionen. Bei einer der letzten Posen dachte ich mir: „Uff, das wird schwierig werden.“Das war die Pose bei der ich in einen meditativen Zustand gefunden habe. Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, aber ich konnte loslassen.

Ich mag dynamisches Yoga sehr gerne, weil mir die körperliche Herausforderung daran gefällt und das fordernde Verweilen in einer Pose. Mit Yin Yoga habe ich eine wunderschöne Ergänzung für mich und meine Yogapraxis gefunden.

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