Sensomotorik und warum ihr nicht darauf verzichten solltet

Sensomotorisches Training ist ein fixer Bestandteil aller meiner Trainingspläne, die ich für Kundinnen und Kunden zusammenstelle. Egal, was die SportlerInnen erreichen wollen, egal auf welchem Level sie sind, egal, wie jung oder alt – ich integriere in ihr Training Übungen für Koordination und Stabilität.

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Rühl/Laubach; Funktionelles Zirkeltraining. Das moderne Sensomotoriktraining für alle. 2015

Das Tolle an sensomotorischem Training ist, dass man bei regelmäßiger Durchführung sehr schnell Trainingseffekte merkt. Während man beim Krafttraining mindestens acht Wochen hart trainieren muss, um kleine Veränderungen zu bemerken, geht beim sensomotorischen Training bei nahezu jeder Trainingseinheit deutlich etwas weiter.
Die Slackline ist dafür ein gutes Beispiel: Wenn man beim ersten Training gerade einmal darauf stehen kann, kann man beim nächsten Mal schon den ersten Schritt machen. Danach gehen schon zwei oder drei Schritte und schon bald kann man über die ganze Leine gehen.

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Durch das regelmäßige Training des Zentralen Nervensystems und der Propriozeptoren baut man gleichzeitig eine Art Alarmanlage des Körpers auf. Denn der Körper lernt bei unvorhergesehene Bewegungen rasch Signale an das Gehirn zu schicken, das dann genauso rasch die Muskeln anweist, darauf zu reagieren. Wenn man dann etwa stolpert oder umknickt, reagiert der Körper schneller und fängt ab. Oder bei einem Sturz fällt man eher kontrolliert und aktiv, anstatt unkontrolliert, was die Verletzungsgefahr erhöht. Das Gehirn wird einfach darauf trainiert bei kleinsten Unregelmäßigkeiten so rasch wie möglich zu reagieren und den Körper wieder in einen Ausgleich zu bringen.

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Sensomotorische Übungen kann man leicht gestalten. Das wichtigste ist, einen instabilen Untergrund zu finden, wie zum Beispiel einen Sitzpolster, einen normalen Poster, eine zusammengerollte Matte oder ähnliches. Ideal sind auch alle Arten von Slingtrainer und eine Slackline. Um Übungen darauf durchführen zu können, muss nicht nur die globale Muskulatur arbeiten, sondern auch die lokale Muskulatur, die ohne unsere direkte Ansteuerung arbeitet. Gerade weil sie unbewusst arbeitet, wird sie beim Training oft vergessen. Dennoch ist sie besonders wichtig und es macht langfristig einen großen Unterschied, ob ihr Koordination und Stabilität in euer Training eingebaut habt oder nicht. Sensomotorik baut man am besten nach dem Warmup ein, da eine hohe Konzentrationsfähigkeit dafür notwendig ist. 15 – 20 Minuten Koordinations- und Stabilitätsübungen bei jedem Training erhöhen euren Trainingseffekt um ein Vielfaches und machen euch in all euren Bewegungen flexibler.

Probiert einfach einmal ein paar Übungen aus, Sensomotorik bringt eine super Abwechslung ins Training.

Viel Spaß dabei!

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