Meditation: Warum, weshalb, wieso – und wie?

Ruhig sitzen und schauen oder die Augen schließen – das ist wahrscheinlich das erste Bild, das die meisten von uns haben,wenn sie an Meditation denken. So war es bei mir genauso. Das erste Mal, dass ich mich ein bisschen mit Meditation beschäftigt habe, war rund um den Umgang mit meiner (leichten) Flugangst. Aber ich wusste nicht wirklich wie ich es angehen soll und die Bücher, die ich angefangen habe zu lesen, haben mir nicht weiter geholfen.

Seit zwei Monaten meditiere ich nun beinahe täglich, meist am Ende meiner Yogapraxis, manchmal auch einfach nur so. Es fasziniert mich jedes Mal, was diese Minuten Meditation bewirken.

Das Ziel von Meditation

Once you make the mind thoughtless you have attained the goal. (Yoga Sutras of Patanjali I-5)

Das höchste Ziel von Meditation ist es, die Gedanken unter Kontrolle zu bringen, so dass der Kopf völlig gedankenfrei wird. Anders gesagt, wir erlauben unseren Gedanken nicht mehr wild in unserem Kopf herum zu kreisen, sondern entscheiden selbst darüber, wann ein Gedanke kommen kann.

Doch das ist eines der schwierigsten Dinge der Welt und falls das wirklich jemand schafft, dann Menschen mit Jahrzehnte langer Erfahrung und Praxis im meditieren.

Da dieses Ziel etwas zu groß ist für Anfänger (wie mich) versucht man zu Beginn die Gedanken etwas zu kalmieren. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie man das macht und jede/r macht es auf seine/ihre Weise. Ich nehme mir meist ein Mantra – das ist eine Art Motto unter das ich meine Meditation stelle. Mein Mantra hat immer die Länge von einmal Ein- und Ausatmung. So habe ich zwei Fixpunkte, auf die ich mich fokussiere: mein Matra und die Atmung. Es passiert daher nicht so leicht, dass mich Gedanken von meiner Meditation ablenken.

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Gedanken los lassen – was heißt das?

Meistens ist ruhig sitzen oder liegen das Go für unsere Gedanken. Und los geht’s, plötzlich findet sich so ziemlich alles in unserem Kopf wieder: Was in letzter Zeit passiert ist, wen man noch anrufen muss, was noch zu erledigen ist, was es zum Abendessen gibt, was dafür eingekauft werden muss, was man morgen in der Arbeit anziehen soll, etc. etc.

Und damit startet ein entscheidender Punkt, denn man kann diese Gedanken nicht von heute auf morgen unterdrücken oder still legen. Aber man kann sie in einem ersten Schritt eindämmen. Man wird sich der Gedanken bewusst und lässt sie los. Das heißt, wenn mein Gedanke auf kommt, nimmt an ihn als Gedanken wahr, man schafft Bewusstsein darüber und lässt ihn vorbei ziehen.

Ein Beispiel für Gedanken, die wie verrückt laufen:

Der erste Gedanke: Morgen bekommen wir Besuch zum Abendessen.

Dann folgt: Oh Gott, ich muss noch die Wohnung putzen

Dann folgt: Was soll ich zum Essen kochen?

Dann folgt: Haben wir Wein zuhause?

Dann folgt: Wann muss ich sonst alles einkaufen?

Dann folgt: Wieviel Zeit habe ich nach der Arbeit alles herzurichten

etc. etc. etc.

Ihr kennt das…

 

Ein Beispiel für Gedanken los lassen:

Der Gedanke: Morgen bekommen wir Besuch zum Abendessen.

Dann folgt: Und jetzt zurück zu meinem Mantra und meinem Atem.

Ich versuche jeden Gedanken als Signal zu nutzen, um wieder zu einem Mantra zurück zu kommen und meine Gedankenwelt zu kalmieren.

 

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Meditationwalk in the jungle

Wie meditiert man?

Das wirklich Coole daran ist, dass es keine allgemein gültige Regel dafür gibt, wie man meditiert. So sind wir alle frei, unseren eigenen Weg in die Meditation und in bewusste Wahrnehmung zu machen.

Als Inspiration habe ich euch meinen Weg hier nochmal zusammengefasst:

  • Finde eine möglichst angenehme Sitzposition, da ihr ja einige Zeit in dieser Position verbringt. Manche liegen auch bei der Meditation. Ich empfehle es Anfängern nicht, da man immer Gefahr läuft, einzuschlafen 🙂
  • Nimm‘ dir ein Mantra, auf das du dich während deiner Meditation konzentrieren möchtest. Ihr findet unzählige Mantras im Netz (zB dariadaria) oder ihr gestaltet euer eigenes.
  • Konzentriere dich auf deine Ein- und Ausatmung und versuche deine Rhythmus deines Körpers zu spüren.
  • Beginne mit deinem Mantra und wiederhole es gedanklich immer wieder.
  • Wenn ein Gedanke kommt, lass ihn weiterziehen und verwende ihn als Signal zurück zu deinem Mantra und deinem Atem zu kehren.

So, first we learn to control the physical body, then the movement of the breath, then the senses and finally the mind. (Yoga Sutras of Patanjali, II-51)

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Fullmoon

 

 

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