Weniger Macht dem Trainingsplan

Wenn man zu trainieren beginnt, sollte man sich grundsätzlich ein Ziel setzen. Anschließend sollte man messen, wo man derzeit steht (IST-Zustand) und einen Plan entwickeln, wie man dort hin kommt, wo man hin will (SOLL-Zustand). Dafür gibt es verschiedene Wege.

Viele trainieren mit einer Trainingsapp. Da gibt man alle wesentlichen Daten ein, macht einen kurzen Leistungscheck, legt das Ziel fest und stellt eventuell noch die Trainingsart ein, dann geht’s los.

Wer den Trainingsplan von einer Personaltrainerin anlegen lässt, macht zum Start ein ähnliches Prozedere durch, nur dass das Gegenüber eben kein Smartphone ist.

Und manche stellen den Trainingsplan selbst zusammen oder entnehmen ihn von Zeitschriften bzw. dem Web.

Egal woher der Plan kommt, die folgenden Zeilen treffen auf jede Varianten zu.

Der Trainingsplan ist eine wichtige Anleitung zur Erreichung eures Ziel. Wenn er gut durchdacht und erarbeitet ist, führt er euch, ausgehend eures IST-Zustandes zur Steigerung von Technik und Bewegungsabläufen sowie eurer Leistungfähigkeit. Mit einem Trainingsplan zu trainieren ist sehr sinnvoll und hilfreich. Vor allem erspart es oft auch Zeit, weil man eben genau weiß, was zu tun ist und man nicht wirr durch eine Gerätelandschaft läuft. Gleichzeitig lässt sich anhand des Trainingsplans die Weiterentwicklung sehr gut ermessen. Man kann von allen Trainingsnomativen Rückschlüsse auf die Entwicklung einer/eines SportlerIn ziehen und so auch sehr gut darauf reagieren. Und man vermindert dadurch die Gefahr des Übertrainings für einzelne Muskelgruppen, wenn man dies bei der Trainingsplanerstellung entsprechend bedenkt.

Jetzt kommt das große ABER 😉

Wissen ist Macht. Die einzige Person, die an jedem einzelnen Trainingstag weiß, ob sie körperlich und geistig im Stande ist, den vorgesehen Plan abzutrainieren ist man selbst.

Manchmal sagt der Kopf ‚mag heut‘ nicht‘ und dann muss man sich selbst einen Tritt in den Hintern geben, schließlich sagt der Trainingsplan: DU MACHST!

Doch immer wieder mal sendet der Körper Signale, dass das eine oder andere heute nicht möglich ist.

+++Achtet auf diese Signale!+++

Egal, was der Trainingsplan an diesen Tagen sagt, checkt wirklich genau ab, ob das geht. Alles andere ist erstens unprofessionell, zweitens gefährlich und drittens wirft euch die Ignoranz des eigenen Körpers eventuell weiter zurück, als die Ignoranz des Trainingsplanes.

Dies betrifft ganz besonders alle Fitnessapps. Man darf nicht vergessen, dass diese Apps euch ein Training vorgeben, das auf Basis eines Algorithmus anhand eurer eingegebenen Daten erstellt wird. So werden etwa soziale Gegebenheiten oder medizinische Daten wenig bis gar nicht berücksichtigt.

Das heißt, die App berücksichtigt nicht, ob man vielleicht wenig oder schlecht geschlafen hat, ob man leicht verkühlt ist, eventuell eine Allergie hat oder einfach Menstruationsbeschwerden. Sie versteht auch nicht, dass man vielleicht gestern auf einer Party war oder am Boden zerstört ist, weil man eine Prüfung versemmelt hat. All das sind jedoch wesentliche Faktoren, die euren Trainingszustand beeinflussen.

Auch TrainerInnen können all das nicht (immer) im Vorhinein wissen, aber man kann so gut wie möglich planen, immer Rücksprache mit ihnen halten und sich beraten lassen.

Daher lautet mein Appell: Wenn ihr mit Trainingsplänen trainiert, was absolut sinnvoll ist, gebt diesen Trainingsplänen nicht die totale Macht über euch. Hört auf euren Körper und auf die Signale, die er sendet.

Nur so ist euer Training langfristig sinnvoll, effizient und macht Spaß!

In diesem Sinne: viel Spaß beim Trainieren!

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