Über Mut und so

Soll ich das wirklich machen? Kann ich das anziehen? Was, wenn ich sage, was ich denke? Was werden die anderen über mich denken/reden? Soll ich wirklich etwas neues machen oder passt es nicht eh, wie es ist?

Wer kennt das nicht, die vielen Fragen an sich selbst, Selbstzweifel, den kritischen Blick auf sich, Angst vor dem Versagen oder etwas falsch zu machen, und auch die Angst vor Neuem.

Bei allen tollen, inspirierenden Texten und Zitaten, die wir in Büchern, im Internet und überall sonst finden, sind wir dann doch immer wieder von Fragen wie diesen geplagt. Und oft braucht es eine Art „shocking moment“ bis wir merken, dass wir dringend etwas ändern sollten – aus Liebe zu uns selbst.

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Man muss nicht immer gleich die Welt auf den Kopf stellen 🙂

Entgegen aller Erwartungen

Und dabei geht es nicht immer darum, gleich die gesamte eigenen Welt auf den Kopf zu stellen. Manchmal reicht es auch, kleine Schritte zu machen, sich selbst etwas gutes zu tun und sich Zeit für sich selbst zu nehmen. In unserem schnellen und stressigen Zeitalter kommen immer mehr Herausforderungen und Verantwortungen auf uns zu, die es immer schneller zu bewältigen gilt. Freunde treffen und immer gut gelaunt sein, stylish sein und immer den neuesten Look tragen, auf die Umwelt achten, aber überall so schnell wie möglich hinkommen, die Kinder versorgen und sich Zeit und Ruhe für sie nehmen, einen coolen Job haben und den mit links schupfen, immer erreichbar sein, aber nicht ständig am Handy oder Laptop hängen, regelmäßig Sport machen, sich gesund ernähren, aber kein Gesundheits- oder gar Biofreak werden. Diese Liste kann man ewig fortführen. Uns werden so viele Erwartungen entgegen getragen, dass es eigentlich gar keinen anderen Weg gibt als sich darüber klar zu werden: Was ist mir, ganz allein mir wichtig und wie möchte ich damit umgehen. Manchmal braucht es dafür lediglich eine Prioritätensetzung, manchmal aber muss man einen völlig neuen Weg einschlagen. Um das herauszufinden braucht es vor allem eines: Zeit für dich selbst, mit dir selbst, Ehrlichkeit und Vertrauen zu dir selbst.

Der Blick in den Spiegel

Sich an sein eigenes Spiegelbild heranzuwagen ist oft nicht einfach. Nicht, weil wir hässlich sind, aber jedeR von uns wird Dinge sehen, die ihm oder ihr nicht gefallen. Das ist okay, denn wir sind Menschen und niemand von uns ist perfekt. Es ist wichtig, sich diesen Dingen zu stellen und zu überlegen, was man damit machen will.

Aber in dieser Imperfektion liegen auch einzigartig und schöne Dinge, die wir alle an uns haben. Vielleicht ist es schöner, sich mehr darauf zu konzentrieren, als auf die Angst, Dinge zu sehen, die wir nicht sehen wollen.

Egal, was immer man beim Blick in den Spiegel sieht, einige Dinge dürfen wir dabei nicht vergessen:

  • Sich selbst zu lieben ist nicht egoistisch, sondern natürlich.
  • Auf sich selbst stolz zu sein, tut richtig gut.
  • Der Weg war nicht der Richtige? Dann auf zu einem anderen.
  • Veränderung und Kontinuität sind ein wichtiges Gleichgewicht.

 

Sich selbst zu lieben ist nicht egoistisch, sondern natürlich

Wir neigen dazu, uns selbst mit sehr kritischem Blick zu sehen. Ich weiß nicht genau wann und warum, aber aus irgendeinem Grund wurde uns gelernt, dass Selbstliebe etwas egoistisches und arrogantes ist. Und so machen wir uns selbst eher runter, als das Positive zu sehen.

Wann hast du das letzte Mal gesagt: Wow, heute gefalle ich mir! Ich bin schön! Ich strahle!

Wie man mit sich selbst umgeht, hat auch große Auswirkungen darauf, wie man mit anderen Menschen umgeht. Selbstkritik oder gar Selbsthass schüren oft Neid, Eifersucht und Bosheit anderen gegenüber. Anstatt das schöne und einzigartige an uns selbst zu sehen, suchen wir unsere Fehler und vergleichen uns mit jenen, die diese Fehler nicht haben. Klar, dass wir da schlechter abschneiden. Wir geben anderen manchmal Komplimente – warum nicht auch uns selbst?

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Auf sich selbst stolz zu sein, tut richtig gut…

…vor allem heißt das, dass wir auch auf andere stolz sein können. Wir alle machen viele Dinge in unserem Leben gut, richtig, ja sogar hervorragend – und auf das dürfen wir stolz sein. Und ja, wir dürfen es auch sagen, anstatt Angst davor zu haben, es sogar zu denken. Auf sich selbst stolz zu sein, heißt nicht gleichzeitig andere runter zu machen oder von oben herab zusehen. Ganz im Gegenteil: Vielleicht fühlen sich andere dadurch inspiriert oder motiviert. Vielleicht gebt ihr anderen, die sich sich das bisher nicht getraut haben eine Portion Mut und Unterstützung. Ich glaube, ihr werdet überrascht sein, welch‘ positive Wirkung ihr auf euch selbst und andere habt. Probiert es auch, erzählt jemandem, warum ihr stolz auf euch selbst seid.

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Der Weg war nicht der Richtige? Dann auf zu einem anderen.

Ja, man trifft manchmal eine Entscheidung, die nicht optimal ist. Oder man schlägt einen Weg ein, der sich als Irrweg heraus stellt. Wie auch immer, höchst wahrscheinlich hat man etwas wichtiges dabei gelernt und geht von nun an einen neuen Weg. Ich glaube, das wichtigste dabei ist, dass man selbst entscheidet, in welche Richtung man weiter gehen will. Ich halte es für wichtig, dass man nach einem Fehler oder einer Niederlage den neuen Weg selbst wählt, anstatt zu warten, bis jemand die Richtung vorgibt. Eigene Entscheidungen zu treffen und selbst zu bestimmen, wohin die Reise weitergeht, gibt Freiheit. Es erleichtert auch, eine Niederlage einzugestehen, denn es geht weiter, nur in eine andere Richtung. Natürlich sind Niederlagen nicht das tollste auf der Welt, dennoch prägen sie uns und geben uns die Chance daraus zu lernen.

Veränderung und Kontinuität sind ein wichtiges Gleichgewicht

Ja, Veränderung kann etwas befreiendes sein und den Weg zu völlig neuen Perspektiven und Erfahrungen frei machen. Veränderung bedeutet oft Weiterentwicklung, neue Menschen, neue Sprachen, neue Erkenntnisse, neue Fähigkeiten, und vieles mehr. Ich selbst habe mich verändert und es war bis jetzt großartig und eine riesige Bereicherung. Doch Veränderung ist bestimmt nicht immer der einzig richtige Weg. Manchmal braucht es Kontinuität, um zu wachsen. Ich kenne einige Menschen, die ihre Stärke durch Kontinuität gefunden haben. Weil sie an etwas langfristig gearbeitet, geglaubt und dafür gekämpft haben. Manchen davon habe ich sogar zur Veränderung geraten, als sie mich um meine Meinung gefragt haben. Sie haben sich anders entschieden, das war richtige und heute bewundere ich sie dafür. Diese Menschen haben mir gelernt, dass Veränderung und Kontinuität ein Gleichgewicht ergeben und dass man diese beiden Komponente nicht gegeneinander aufrechnen kann.

 

Für all das braucht es immer eine Portion Mut und ich selbst kämpfe genauso mit den oben genannten Punkten. Ich möchte euch daher nicht erklären, wie ihr es richtig macht, denn ich weiß es nicht.

Ich möchte euch sagen, ihr seid mit diesen Gedanken nicht allein und jedeR von uns gibt sein/ihr Bestes.

 

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