Überfallen und ausgeraubt im Nationalpark

Unsere letzten beiden Tage in Manuel Antonio sind angebrochen, bevor wir wieder nach San José fahren, von wo unser Flug zurück nach Wien geht. Diese beiden Tage waren voll von sensationellen Begegnungen mit Tieren. Keiner von uns hätte geglaubt, dass wir all diese Tiere jemals sehen werden.

Begonnen hat alles mit einer Schnorcheltour an einem verregneten Morgen. Wir hatten alle drei keine besondere Lust im Regen herum zu schnorcheln, aber gebucht war gebucht. Tatsächlich riss es am Weg zum Boot auf und wir hatten herrliches Wetter. Wir sahen bei beiden Stopps wunderschöne Fische, unter anderem die Dori, von „Findet Nemo“, in zigfacher Ausführung und den schwarzen Fisch von Findet Nemo, der singt: „Haihappen, Haihappen, huhaha“. Wie auch immer diese beiden Fischarten heißen. Ich sah sogar noch eine Schildkröte unter Wasser (sozusagen „Dude“, wenn wir bei „Findet Nemo“ bleiben).

Trotz all der Impressionen wurde mir wieder einmal ziemlich schlecht am Boot. Zum Glück hatte Viki Kekse mit, die ich mir im wahrsten Sinne des Wortes hineinstopfte. Dann ging es ein bisschen besser und ich war bereit für die nächste Entdeckung.

Do you like whales?

Nach kurzer Zeit fragte unser Guide: „Do you like whales?“ Na sicher, sagten wir und dachten uns nicht viel dabei. Und tatsächlich war da plötzlich ein Wal vor unserem Boot. Ich habe noch nie so etwas beeindruckendes gesehen. Er umkreiste uns und als wir näher heran fuhren, sahen wir sogar, dass es ein Muttertier mit dem Baby war. Es war so ein unglaublicher Moment, dass ich nicht mal mehr kotzen musste. Ich habe mir das Video davon schon hundertmal angeschaut und jedesmal fasziniert mich das Zusammentreffen mit dem Wal von neuem.

Nationalpark Manuel Antonio: Here we come!

Daraufhin setzen wir unsere Entdeckungsreise der Tierwelt gleich am nächsten Tag fort und wanderten in den Nationalpark Manuel Antonio (mit ca. drei Millionen anderen BesucherInnen). Außerdem gibt es in dem Nationalpark einen wunderschönen Strand, den wir unbedingt noch sehen wollten.
Wir hatten uns vorher im Supermarkt mit Essen für den gesamten Tag ausgestattet, stellten uns in der elendslangen Menschenschlange an und kamen endlich zum Eingang. Dort wurde uns ein Teil unseres Proviants wieder weggenommen. Wir fragten, warum uns selbst geschlossene Verpackungen abgenommen wurden und erhielten die Auskunft, dass wir die Tiere nicht füttern dürften. „Na wir feeden die Tiere eh nicht“ (Viki), aber das war dem Ranger egal.
Viki musste ihre Nachos abgeben (Apfel-Zimt-Kekse, Joghurt und Bananen blieben). Nasti musste ihre Schokokekse abgeben (Müsliriegel, Pizzafische, normale Kekse und zwei Sackerl Gummizeugs blieben). Mir wurde zum Glück nichts abgenommen und ich marschierte mit Oreo Keksen und Reiswaffeln in den Park.

Auf dem Weg dorthin begegneten wir einigen Faultieren, Affen und Schmetterlingen bevor wir nach kurzem Fußmarsch vor der wunderschönen Kulisse des Nationalpark-Strandes standen. Es waren nicht nur das türkise Meer, der weiße Sandstrand und die wunderschön grünblühenden Wälder dahinter, die uns staunen ließen, sondern auch die vielen Tiere, die um den Strand herum liefen: Affen, sogar Muttertiere mit Babys am Rücken, Waschbären, Leguane, Eidechsen, Schlangen (zum Schock von Viki, die ihr Trauma leider nicht aufarbeiten konnte) und viele mehr.
Wir waren überrascht, dass die Tiere so nah an uns heran kamen und keine Angst hatten, aber die waren wohl die BesucherInnen mittlerweile gewohnt.
So suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen am Strand, ein bisschen abseits von den Massen und machten es uns gemütlich.

Überfallen und ausgeraubt

Nach kurzer Zeit kam eine Schar von Affen auf den Strandabschnitt, allerdings etwas entfernt von uns. Alle stürmten hin, um Fotos zu machen. Plötzlich schnappte sich ein Affe etwas zu essen von einem Liegeplatz. Ein paar Leute fuchtelten zwar wild herum, um den Affen zu vertreiben, der wurde jedoch ziemlich aggressiv und sprang dann mit seiner Beute davon.
Nachdem wir die Szene beobachtet hatten, sagte ich zu Nasti, die als einzige ihr gesamtes Fresspaket außerhalb des Rucksackes stehen hatte: „Du, magst du dein Essen vielleicht in den Rucksack geben?“„Nein, warum bei mir ist eh alles zu.“ (Nasti) Okay.

Keine zwei Minuten später rannten die Affen auf unseren Platz zu. Einer stürmte zu Vikis Rucksack und holte sich die Apfel-Zimt-Kekse. Er setzte sich damit gemütlich über uns in den Baum und futterte die Kekse.

Der andere jedoch holte sich Nastis gesamtes Fresspaket, in dem neben dem Essen auch drei Flaschen Getränke waren (keine Ahnung wieviel Kraft diese Tiere eigentlich haben). Ich versuchte ihn zu verscheuchen, doch er sah mir tief in die Augen, fletschte die Zähne und brüllte mich an.
Ich hatte zu viel Schiss, dass dieses wildgewordene 50cm große Tier mich anspringt und beißt, also wich ich lieber zurück. Wir und zehn andere Strandgäste starrten auf den Affen, der das Fresspaket aufriss und Nastis geliebte Packung Pizzafische und andere Kekse stahl. Und um es ihr besonders schwer zu machen, riss er die Packung vor uns auf und griff in die Pizzafische.
Vor meinem geistigen Auge sah ich, wie die Affen meinen ganzen Rucksack stehlen würden, in dem sich Bankomat- und Kreditkarte, Kindle, Handy etc. befanden, der noch dazu ziemlich leicht war und damit in den Wald rannten. In Panik schlich ich zu meine Rucksack, über dem der Affe mit Nastis Pizzafischen saß, und riss ihn an mich. Puh, der war damit in Sicherheit! Eine mutige junge Frau schaffte es letztendlich die Affen zu vertreiben.

Und so ließen sie uns fassungslos zurück. Viki hatte einen Lachkrampf, Nasti hatte beinahe einen Heulkrampf, ich konnte nur starren. Uns hatten tatsächlich gerade Affen überfallen und ausgeraubt.

Als wir dann endlich alle lachen konnten, packten wir schnell unsere Sachen und wechselten den Strandplatz in die Nähe des Rangers. Es dauerte nicht lange bis dort die Waschbären einfielen, doch die ließen sich wesentlich einfacher vertreiben als die Affen.
Wir blieben noch eine zeitlang am Strand, hatten jedoch keine ruhige Minute mehr. Die Affen kamen zwar nicht mehr, aber ständig war ein Leguan, eine Eidechse oder ein Waschbär da. Nach einiger Zeit zogen wir durch den Nationalpark weiter, in dem wir schließlich den ganzen Tag unterwegs waren. Wir kamen noch bei einigen Tieren, anderen Strandabschnitten und wunderschönen Aussichtsmöglichkeiten vorbei.
Die Affengeschichte ließen wir jedoch bis zum Abend immer wieder unter Lachkrämpfen Revue passieren.

Tja und so war unser letzter Tag hier auch wie im Flug vergangen. Wir gönnten uns am Abend noch einen Cocktail am Strand und redeten über die letzten beiden Wochen und die vielen besonderen Erlebnisse. Der erste Anflug von Wehmut war zu spüren.

Unser Bus nach San José geht morgen um 12 Uhr (Ortszeit in Wien 20 Uhr), das ist dann wohl der Anfang vom Ende unserer Reise. Den nächsten Blogpost, den ihr lesen werdet, werde ich schon wieder von daheim posten (wenn nichts besonders lustiges dazwischen kommt, was nicht auszuschließen ist ;)).

Trotzdem solltet ihr ihn nicht verpassen, wir haben jede Menge Traveltips für euch!

PURA VIDA!

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