The real caribbeans: surfin‘ and party

Puerteo Viejo schlief noch, als ich unser Hostel verließ, um mein Workout am Strand zu machen. Doch bevor ich mich auf den Weg machte, musste ich erst das Bild und den Augenblick genießen. Dieser erste wunderschöne Moment an diesem Morgen war nur der Anfang eines großartigen Tages, der auf uns wartete. Nach dem Training am Strand unter strahlend blauem Himmel schmiss ich mich gleich wieder in die Wellen.

An der Karibikküste herrscht zur Zeit ein herrliches Klima. Es ist sehr warm, aber nicht drückend heiß und etwas feucht, allerdings nicht unangenehm. Das ist ein super Wetter für Sport in der Früh oder am Abend. Dazwischen geht nur Wandern im Regenwald oder Wassersport. Wir entschieden uns für Zweiteres.

Nach einem gemütlichen Frühstück marschierten wir zu einem der beide Bankomaten im Ort, stellten uns an und hatten rund 15 Minuten später wieder Bargeld. Das war schon ziemlich Highspeed für Puerte Vieijo. Bargeld von einem Bankomaten abzuheben ist hier nicht so ein unleidenschaftlicher, schneller Akt, wie zuhause. Hier stellt man sich geduldig an, wartet eine Zeitlang und freut sich dann richtig, wenn der Automat auch tatsächlich Clonnes ausspuckt. Es lässt sich einfach niemand aus der Ruhe, dafür ist jede geschaffte Erledigung ein richtiges Erfolgserlebnis. Diese Stimmung haben wir bereits übernommen.

Und so standen wir voller Stolz zu Mittag mit unseren Fahrrädern am Strand vor unserem Surflehrer. Es erschien uns unmöglich nachhause zufahren, ohne auf den Wellen geritten zu sein. Vor allem, weil wir von einer Backpackerin hörten, dass uns an der Pazifikküste ziemlich viele Quallen erwarten werden.

 

 

 

 

Willy war der Inbegriff von Relaxing, eigentlich schon mehr als das. Er sprach die Wörter nur sehr langsam aus und lachte immer wieder dazwischen. So dauerte es eine gefühlte Ewigkeit bis er uns alles erklärte und wir unser Trockentraining absolviert hatten. Dazwischen lernten wir den 22-jährigen Lifeguard „Kaboom“ kennen: einen Lifeguard mit Dreadlocks, Sixpack, roter Rettungsboje und Surfboard → no more words needed.

Sobald wir dann im Wasser auf unseren Boards lagen und wie verrückt paddelten, schoss Willy die Energie ein und er lernte uns tatsächlich, wie man auf dem Board auf einer Welle aufsteht. Er war sogar ziemlich streng, wenn wir es nicht richtig machten und lobte uns, wenn wir es geschafft hatten mit den Worten :“You got it Baby, you doin‘ gooooood.“ Ich musste jedesmal so sehr lachen, dass ich gleich einen Schluck Salzwasser nahm. Stundenlang waren wir im Wasser und übten unseren Wellenritt und wir wurden tatsächlich immer besser. Es machte soviel Spaß, dass wir eigentlich nicht aufhören wollten, hätten uns nicht langsam die Kräfte verlassen. Die Wellen wurden nämlich zunehmend stärker und uns fehlte die Routine beim Paddeln. Oft paddelte ich mit voller Kraft eine (ich gebe zu gefühlt) weite Strecke hinaus, dafür, dass mich die nächste Welle sofort wieder an den Strand katapultierte und ich von neuem begann. Dementsprechend fielen wir nach unserer Lesson in den Sand und schliefen.

Großes Danke an Viki für die Fotos

An dieser Stelle möchte ich mich bei Viki bedanken, dass sie immer die Energie hat, in jeder noch so mühsamen Situation (zB. nass und in Sand paniert) die Kamera zu holen, um Fotos zu machen. Dadurch haben wir jetzt echt schon viele tolle Fotos gesammelt, unter anderem auch beim Surfen.

Abends radelten wir zurück in die kleine Stadt, machten eine kleine Shoppingtour und (was für ein Highlight!) holten unsere frisch gewaschene Wäsche vom Laundry Service. Noch nie haben wir uns so sehr über frisch riechende Wäsche gefreut, auch das ist eine neue Erfahrung.

Bevor wir zum Essen gingen, machten wir noch einen kleinen Stopp im Supermarkt, da wir am nächsten Morgen wieder lange ohne Frühstück und Mittagessen im Bus sitzen mussten. Ich versorgte mich einmal mehr kiloweise mit Keksen, damit mir bei der Fahrt nicht schlecht wird.

Heaven on earth Frühstück für Nasti

Nasti hingegen fand ihr „Heaven on earth“ – Frühstück für die Busfahrt: Eine Packung Schokoflakes mit Mashmellows. Ihr wundert euch, wie sie die im Bus essen will? Tat ich auch, aber sie hatte sich natürlich für alles vorbereitet und das Glück spielte ihr noch dazu in die Hände, doch dazu später. So kaufte sie einfach einen Zehnerstapel Pappbecher und Milch, dazu Pizza Pringles. Zu Nastis Essgewohnheiten wird es wahrscheinlich einmal einen eigenen Blogpost geben, das ist es auf jeden Fall wert!
An diesem Abend aßen wir in einem karibisch – französichen Lokal. Ich aß zum Abschied von Puerto Viejo typisch karibische Speisen: gebackene Bananen zur Vorspeise und Reis mit Bohnen und Fisch als Hauptspeise. Viki hat auch karibisch bestellt, Nasti aß Pasta mit Shrimps! Die Portion war jedoch viel zu groß und so fragte sie, ob sie den Rest vielleicht mit nachhause nehmen dürfe. Und tatsächlich gab ihr unser freundlicher, italo-costaricanischer Kellner David die restlichen Spaghetti in einem runden, tiefen Plastikgeschirr mit. Der perfekte Behälter für die Schokoflakes mit Marshmellows – und so war ihr Luxusfrühstück to go perfekt.

Every day has a (party)night!

Im gegenüberliegenden Hostel ab Strand startete bereits eine Reggaeparty. Ein Einheimischer erklärte mir, in Puerto Viejo sei jeden Abend in einem anderen Lokal im Ort eine Party und alle kommen dorthin, um zu tanzen und zu feiern. Ich fragte ihn ein bisschen verwundert, ob hier tatsächlich jeden Tag eine Party sei. Er antwortete mir mit einer Selbstverständlichkeit: „Sure – in Puerto Viejo has every day a night.“

Alles klar, so beschlossen wir nach dem Abendessen für ein Bier auf die Party zu gehen. Einige Bier später sperrten wir um 3.30 Uhr die Zimmertür unseres Hostels auf. Wir waren auf einer großartige Party am Strand mit Raggaemusik und tanzten die ganze Nacht durch. Die Stimmung war so ausgelassen, dass Viki und ich es schafften, Nasti zu überreden noch eine Nacht länger hier zu bleiben. Zugegeben: Wir hatten dabei Unterstützung von einem Surflehrer, Toni, mit dem wir gleich eine weitere Surflesson für den nächsten Nachmittag vereinbarten, sowie Fahrräder von seinem Freunde checkten, der einen Fahrradverleih hatte. Wir verschoben unsere Abfahrt mit dem Neun-Uhr-Bus um einen weiteren Tag und feierten mit den BewohnerInnen und BesucherInnen von Puerto Viejo das Leben.

Abschied vom Paradies

Nach meinem Morgenworkout am Strand fing es an zu regnen – also wieder so richtiger Tropenregen. Und so entschieden wir uns kurzfristig doch für die Abreise. Ich glaube, es war gut, dass wir überstürzt und schnell weg fuhren, so war der Abschiedsschmerz nicht so groß. Wenn ich so wunderschöne Orte verlassen muss, trifft mich immer ein ziemlicher Trennungsschmerz. Und nicht zum ersten Mal passiert es mir, dass ich einen wunderschönen Ort nach einer traumhaften Zeit im strömenden Regen und übermüdet verlassen muss. Dennoch glaube ich, dass es nach diesem wundervollen Tag kein bessere hätte kommen können und so war es ein guter Moment, umzufahren.

Das größere Problem als der Abschiedsschmerz war, dass Nastis Bikinioberteil im Laundry Service vergessen wurde, und sie im strömenden Regen vor verschlossener Tür stand und es von außen dort hängen sah. Ich versuchte sie darauf vorzubereiten, dass das Oberteil ohne ihr vielleicht da bleiben müsse, weil wir sonst den Bus verpassen würden. Ihr Einwand dazu: „Ich kann einfach nicht glauben, dass mein Bikinioberteil hier ein schöneres Leben führen soll als ich.“
Ein schlagendes Argument musste ich zugeben. So besorgten Viki und ich die Bustickets, während sie noch einmal zum Laundryservice ging und es tatsächlich zurück bekam.

Nach einer viel zu kurzen Nacht sitzen wir jetzt mit widerspenstigem Bikinioberteil im Bus nach San José – und Nasti kann die Schokoflakes nicht essen, weil ihr so schlecht ist. #nomorewordsneeded

Auf nach Manuel Antonio!

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