Szenewechsel: Vom Nationalpark zu Bob Marley’s Hometown

Kurz nach sechs Uhr morgens saßen wir (noch halb verschlafen) in einem Kanu auf dem Wasserweg in den Nationalpark. Unsere Sachen von gestern waren noch immer sowas von nass, dass wir mehr als froh über einen trockenen Tagesbeginn waren. In Tortugero ist es einfach viel zu feucht, als dass hier auch nur irgendetwas trocknen würde. Im Gegenteil: Nass und stinkig ist die Devise. Mittlerweile kotze ich fast, wenn ich meine Schuhe angreife. Egal, wir sind Backpackers 😉

Kanutour – ein Muss im Nationalpark Tortuguero

Wir hatten in verschiedenen Reiseblogs gelesen, dass es am besten wäre, eine Kanutour zu machen, da man ohne Motorengeräusche die meisten Tiere zu sehen bekomme. Und tatsächlich: Wir waren insgesamt zweieinhalb Stunden unterwegs und haben Tiere gesehen, die niemand von uns schon jemals in freier Natur gesehen hat (Tierparks zählen natürlich nicht).

Zuerst sahen wir eine Vielzahl wunderschöner Vögel. Dann ging es weiter mit Leguanen und einem Kaimanen. Wir fuhren bis auf wenige Zentimeter an ihn heran – und einmal mehr ist uns das Herz in die Hose gerutscht. Langsam gewöhnen wir uns daran. Unser Guide erklärte uns allerdings, dass der Kaimane (er gehört zu der Gruppe der Alligatoren) nicht aggressiv ist. Dennoch war es ganz schön furchterregend.

Bevor wir unsere Tour fortsetzten, erlebten Nasti und Viki ein besonders erschreckendes Abenteuer: Eine Heuschrecke hat es sich unter ihrem Sitz gemütlich gemacht (siehe Foto).
Das Tam Tam als plötzlich eine Spinne bei uns im Boot saß, übergehe ich jetzt dezent. Während sie glaubten, jeden Moment von dieser Heuschrecke gefressen zu werden, war ich der Meinung, dass, während die beiden ihre tragische Situation beklagten, der Kaimane aus dem Wasser fährt und das ganze Kanu samt Insaßen (also UNS) frisst. Keines der beiden Szenarien trat ein und wir fuhren weiter.

Wir konnten noch Affen über Baumkronen hinweg springen sehen und Seeotter, die durch das Wasser tauchten. Unser Guide zeigte uns wunderschöne Blumen, Bäume und einzigartige Schmetterlinge.
Unser Highlight kam zum Schluss: Er entdeckte tatsächlich ein Faultier für uns. Wir waren begeistert! Damit endete unsere Tour durch den Nationalpark sowie unser Aufenthalt in Tortuguero.

 

 

Wenig später befanden wir uns auf einem Boot, das uns nach La Moin, die nächst größere Stadt weiter südlich bringen sollte. Nach unserem Plan sollten wir dort in einen Shuttle steigen, mit dem wir noch weiter in den Süden an die Karibikküste, nach Puerto Viejo, fahren.

Ich stellte mich auf eine Stunde Motorbootfahrt ein. Mit einem Dröhnen im Kopf, einem Sonnenbrand und einem Surren im Ohr stiegen wir drei Stunden (!) später von dem Boot in den Shuttle.
Unser Fahrer war zwar so nett bei Krokodilen, Affen und Schildkröten zu halten, damit wir Fotos machen konnten, sonst gestaltete sich die Fahrt jedoch eher eintönig. Natürlich sind die Gewässer und die Pflanzenwelt wunderschön, jedoch waren wir an diesem Tag insgesamt 5,5 Stunden in einem Boot. Irgendwann sieht man einfach nur noch: „Baum, Baum, Baum….“ (Kennt ihr die Szene von Dr. Doolittle ? ;))

Und ja, nach drei Stunden in einem kleinen Motorboot glaubt man, man ist mit dem Sitz verwachsen. Wir machten zwar eine kurze Pause dazwischen, dennoch hatte ich das Gefühl mein Steißbein sei mittlerweile auf der Höhen meines Nabels. Beim Aussteigen musste ich mich vergewissern, ob ich nicht den Sitzpolster mit hinaus gerissen hatte und er noch auf meinem Hintern klebt. Glücklicherweise konnten wir uns nach einigen Metern gleich wieder in den Shuttle setzen. Steißbein und Sitzbeinhöcker sendeten schmerzhafte Grüße vom Hinterteil.

Stressless in Puerto Viejo

Kaum waren wir in Puerto Viejo wussten wir: Die lange Fahrt hat sich ausgezahlt. Wir sind in der gechilltesten Stadt der Welt angekommen. Auf einem Reiseblog habe ich gelesen, in dieser Stadt hat man das Gefühl, Bob Marley kommt jeden Moment um die Ecke. Das kann ich zu tausend Prozent unterstreichen. Hier spielt es in jedem Lokal Raggae, das Motto ist grundsätzlich stressless und das wird auch auf eine sehr angenehmen Art gelebt. Perfekt für uns nach den letzten, doch ziemlich intensiven Tagen.

Wir gingen daher direkt zum Strand und bewegten uns die nächsten Stunden nur mehr, um ab und zu im warmen Meereswasser zu schwimmen.

Mit traumhaftem Essen und Cocktails, die wir beim Sonnenuntergang genossen, läuteten wir unseren Abend ein.
Für uns war klar: Wir sind im Paradies angekommen.

Mit diesem Gefühl gingen wir zurück in unser Hostel und freuten uns auf den nächsten Tag.

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