Mouse in the house und andere Abenteuer

Es war vier Uhr morgens, als ich eine angsterfüllte, verzweifelte Stimme hörte: „Da ist was!“ (Nasti)

So schön es im Regenwald ist, aber an Durchschlafen ist schon aufgrund der vielen Geräusche im Wald nicht zu denken. Sobald jemand die Taschenlampe aufdreht und etwas sagt, sitzen alle gerade im Bett.
So auch in diesem Moment.

Nein, da sei nichts, versuchten wir Nasti zu beschwichtigen. Es dauerte keine 10 Minuten und da war wieder etwas. So sehr ich mir auch das Gegenteil versuchte einzureden, es hörte sich tatsächlich so an, als ob ein Tier in unserem Zimmer wäre. Ich leuchtete mit meiner Taschenlampe (die übrigens hervorragend funktionierte und wirklich sehr viel Licht spendete) dorthin, wo ich das „etwas“ vermutete. Und tatsächlich auf unserem Tisch saß eine Maus.

Ich kletterte schnell vom Stockbett und räumte meine Gummibärli weg, damit sie daran nicht erstickte. Als ich zu dem Tisch kam, sah ich, dass sie bereits einen Riegel am ganzen Tisch verteilt hatte und aß.
Kein Wunder, dass wir Mäuse anziehen, wenn ein Riegel offen auf dem Tisch mitten im Regenwald liegt.

„Ähm, das ist mein Mandel-Honig-Chisamen-Riegel.“ (Nasti)

So saß die Maus da und aß Superfood, direkt vom Flughafen Newark importiert. Ich ließ sie weiter essen und ging wieder schlafen. Die Maus dachte jedoch keine Minute an Schlaf. Im Gegenteil: Sie lief die Holzbalken entlang über Nastis Bett und begann an der Schnur zu beißen, die das Moskitonetz befestigte.
In weiser Voraussicht flüchtete Nasti in Vikis Bett bevor das Moskitonetz auf das Bett segelte und die Maus mit ihrer Beute, der Schnur, davon zog. Ich habe schon lange nicht mehr soviel gelacht.
Das ganze Abenteuer plus unsere Lachkrämpfen dauerten länger als eine Stunde und eine gefühlte Ewigkeit bis wir wieder einschliefen. Wir lachten noch den ganzen Tag darüber.

Ziplining und Poolbar

Gleich nach dem Frühstück verließen wir unser wunderschönes Lodge und machten wir uns mit einem Shuttle auf den Weg nach La Fortuna, einer kleinen Stadt nördlich von La Tigra. Wir planten dort eine Nacht ein, um am Tag danach eine sechsstündige Fahrt zum Nationalpark Tortuguero, einem riesigen Nationalpark, in dem Schildkröten geschützt werden, aufzunehmen.

Wir durchquerten einige kleine Orte, die von Armut und Chaos geprägt waren, fuhren bergauf und bergab, überquerten furchterregende Brücken und bewunderten die Landschaft bis wir in La Fortuna ankamen. By the way, ich hatte keine Snacks für die Fahrt, aber vorne sitzend und bei offenem Fenster ging alles gut, mir war nicht schlecht (whoop whoop).

Innerhalb einer Stunde organisierten wir unseren Shuttle für den nächsten Tag, ein Hostel und eine Zipliningtour inklusive Hotsprings. Kurze Zeit danach rasten wir auf einem Stahlseil in schwindelerregender Höhe durch den Regenwald. Teilweise 500m lange Strecken, über Bäche hinweg und unter einer Affenfamilie zogen wir hinweg. Das war ein richtig cooles Gefühl… wenn man keine einzige Sekunde daran denkt, was passiert, wenn die Sicherung versagt. Über eine Stunde dauerte die Tour von der wir alle begeistert waren.
Danach genossen wir Cocktails an der Poolbar der Hotsprings in 35 Grad warmen Wasser, direkt am Fuße eines Vulkans.

Unsere Schuhe sind übrigens bis heute nass von der Gatsch-Hiking-Tour einen Tag davor und der anschließend dringend notwendigen Wäsche 🙂 Ist halb so schlimm, wir versuchen sie dennoch jetzt endlich trocken zu bekommen. *ups*
Fazit: Die Stadt La Fortuna selbst ist ziemlich touristisch, hat aber abseits einiger netter Restaurants nicht viel zu bieten. Allerdings kann man eine Vielzahl an Acitvies machen, dafür lohnt es sich wirklich, dort einmal vorbei zu schauen. Wir haben nur einen kleinen Teil davon gemacht, schließlich waren wir nur auf Durchreise. Morgen heißt es zeitig in der Früh wieder „adiós“.

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