Übernachtung im Baumhaus – was für eine Erfahrung Teil I

Es war bereits dunkel, als wir uns auf den Weg in den Dschungel machten, um eine Nacht im Baumhaus zu verbringen. Wir fuhren mit einem Taxi bis zum Wald, weil wir einiges mit hatten. Als das Taxi am Waldrand hielt, schien ich vor einem riesigen dunklen Loch zu stehen, das alles in sich verschluckt. Ich habe meine Taschenlampe aufgedreht und sie so eingestellt, dass ich genug sah. Ich wollte einfach nur in die Hosen zu machen. Dann fiel mir ein, dass das ziemlich ungünstig wäre, denn ich hatte für diese Nacht nur diese eine Hose mit. Also, vorwärts in den dunklen Wald. Ich musste als erste gehen, denn Warner musste zwei Steinblöcke tragen. Damit er nicht ausrutscht oder auf eine Wurzel steigt, bin ich vor ihm gegangen.

Ich bin den Weg zum Baumhaus schon viele Male gegangen, aber im Dunkeln ist einfach alles. Ich versuchte mich so gut wie möglich zu konzentrieren, um nicht die Orientierung zu verlieren. In der Nacht scheint der Dschungel viel lauter zu sein, als sonst. Vielleicht kam mir das nur so vor, weil ich so gut wie nichts sah und die visuellen Eindrücke ausblieben. Ich hatte das Gefühl rund um mich ist nichts anderes als Insekten und andere Tiere, die Geräusche von sich geben. Der Weg dauert ca. 20 Minuten leicht bergauf. Ich glaube, ich schwitze mehr als an heißen Tagen. Zwischendurch kamen natürlich Gedanken wie Jaguar, Puma, Schlange, Spinne, aber die lenken ab. Das merkt man in der Sekunde, wenn man sich in einen Angstgedanken verloren hat, auf eine glitschige Baumwurzel steigt und droht auszurutschen. Endlich erreichten wir den umgestürzten Baum, der quer über den Weg liegt. Gleich danach ist das Baumhaus.

Irgendwo auf diesem Planeten in die Dunkelheit starrend

Geschafft! Endlich konnten wir unsere Sachen abstellen und ein bisschen Licht machen. Es gibt keinen Strom dort, aber wir haben eine Solarbetrieben Lampe, die für einige Stunden ausreicht. Wir haben derzeit viele Sonnenstunden, das kommt uns hier zugute. Beim Wasser dafür nicht, denn das müssen wir von einem kleinen Fluss holen, der derzeit nur ein Bach ist, da es kaum regnet. Sechs Liter Wasser haben wir mitgebracht, aber das ist so gut wie gar nichts. Das Baumhaus ist klein. Den Luxus, den es zu bieten hat, ist, eine Zeit in den Baumkronen des Regenwaldes zu verbringen, fernab von jeglichem materialistischen Luxus. Der Begriff Simplicity erwacht dort zum Leben.

Nachdem wir angekommen sind und uns ein bisschen organisiert haben, machten wir Feuer und kochten uns darauf eine Fischsuppe. Das Feuer ist gleichzeitig die beste Moskitoabwehr. Während ich auf die Suppe wartete, versuchte ich zu realisieren, wo ich gerade war. Ich schaute in die tiefschwarze Dunkelheit, nicht mal der Mond war zu sehen. Ich drehte die Musik, die ich hörte ab, um dem Dschungel zu lauschen. Was zu Beginn so bedrohlich klang, war jetzt mehr ein Konzert. So saß ich da, mit zwei Kerzen, ein kleiner Flasche Rotwein irgendwo auf diesem Planeten im Dschungel. Es war irgendwie beängstigend und gleichzeitig wunderschön. Obwohl ich so etwas noch nie gemacht habe, hat es sich irgendwie auch normal angefühlt.

Wir saßen am Boden, aßen bei Kerzenschein (nämlich tatsächlich ausschließlich Kerzenschein) unsere Suppe und tranken Wein. Endlich kam auch der Mond zum Vorschein. Den schauten wir uns dann vom Balkon aus an, der sich ziemlich hoch oben befindet. Es dauerte wieder eine Zeit bis ich realisierte, dass ich mitten in Nacht beinahe in einer Baumkrone sitze. Das gleiche Gefühl hatte ich beim Einschlafen. Es ist so unglaublich, wenn man hoch oben in einem Baum in einem Bett liegt, beinahe unter freiem Himmel.

Beim Einschlafen dem Konzert des Dschungels lauschen zu dürfen und dabei auf den freien Himmel zu schauen, war der pure Luxus. Ich fühlte eine tiefe Ruhe und Zufriedenheit.

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