Neues Leben, altes Leben – das hat sich verändert

Es war ein Dienstag im Juli, ca. drei Uhr Nachmittag. Ich saß auf einem Segelboot am Neusiedler See, arbeitete an Trainingsplänen, schrieb diesen Blogpost und dazwischen machte ich Stand up Paddling. Es ist jetzt ca. ein Jahr her, dass ich beschlossen habe, mein Leben zu verändern, meinen Job zu kündigen und etwas anderes kennenzulernen. Gleich vorweg, das wird jetzt kein Glorifizierungs-/Verdammungsbeitrag über neues und altes Leben. Es geht hier um Veränderung.

Ich habe den Turn von der Politik zu Yoga und Fitness gemacht, auch wenn das für viele schräg klingt – it happend. Ich habe von einem guten Gehalt aus unselbstständiger Tätigkeit zu einem weitaus geringeren Gehalt als Selbstständige gewechselt. Ich hatte alle Sicherheiten, die man sich wünschen kann: regelmäßiges Gehalt, 14 mal wohlgemerkt, 5 Wochen Urlaub, hervorragende soziale Absicherung und einen mehr oder weniger fixen Job, zumindest unabhängig von Legislaturperioden und Wahlen. Ich hatte ein tolles Büro und Unterstützung wann ich sie brauchte. Das gibt es alles nicht mehr. Dafür gibt es anderes.

Ich kann ziemlich frei entscheiden, was ich wann machen möchte. Natürlich muss ich mich mit meinen KundInnen abstimmen, dennoch geht es ausschließlich um mich und die/den KundIn, um sonst niemanden. Es gibt eine einzige Person, die auf meinen Kalender zugreift, das bin ich. Niemand anderer tragt etwas ein und pflastert mich mit Terminen zu. Allerdings verschiebt auch niemand für mich Termine, wenn ich verhindert bin oder ruft nochmal an, wenn etwas unklar ist. It’s all about me 😉 Am angenehmsten war das, wenn es ein Termin mit mehreren Personen war. Die Organisation solcher Termin dauert eine Ewigkeit.

Wenn ich nicht arbeite, muss ich mich vor niemandem rechtfertigen, außer vielleicht vor mir selbst. Ich kann mir aussuchen, ob ich 2 oder 20 Stunden am Tag arbeite, denn ich habe weder eine Mindest- noch eine Höchstarbeitszeit. Allerdings bekomme ich auch kein Geld, wenn ich zu wenig arbeite, was früher nicht so war. Das Geld kam und zwar im Vorhinein, unabhängig davon, ob ich Monat davor wahnsinnig erfolgreich war oder nicht.

Solange genug Geld am Konto ist, kann ich in der Weltgeschichte herumfliegen und so lange an anderen Orten bleiben, wie ich möchte. Alles was es braucht, ist, ein Job, den ich überall machen kann. That’s it.

Man könnte sagen, was übrig bleibt, ist: Alles hat seine Vor- und Nachteile. Ich möchte es anders formulieren. In meinem Leben spielt HABEN nun eine geringere Rolle und SEIN eine größere.

 

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