Frühstück in den Baumkronen, Übernachtung im Baumhaus Teil II

Mit dem Konzert des Dschungels ging ich schlafen, mit den Sonnenstrahlen wachte ich auf. Es war ca. 6.30 Uhr als mir die Morgensonne ins Gesicht schien. Ich öffnete meine Augen und schaute (durch das Moskitonetz) direkt in die Natur. Ich hatte die ganze Nacht durchgeschlafen und wurde entgegen meiner Erwartung weder von Geräuschen oder Moskitos aufgeweckt.

Ich schaute in die Bäume und es dauerte nicht lange bis sich ein Tucan gegenüber niederließ. Gleich darauf ein weiterer. Vogelbeobachtung zählte bisher nicht wirklich zu meinen Leidenschaften, doch im Dschungel ist es einfach etwas anderes. Es gibt so wunderschöne Vögel hier und es macht richtig Spaß, ihnen zuzusehen. Dazu kommt, dass die Morgensonne der gesamten Umgebung verzaubert. Der blaue Himmel und der grüne Wald sehen so kräftig und saftig aus, dass man keine Sekunde wegsehen möchte.

Wir organisierten Wasser (vom Bach) und anschließend habe ich auf dem Balkon einige Sonnengrüße gemacht. Den Tag mit Yoga im Regenwald zu starten, ist ein Geschenk. Obwohl es das erste Mal war, dass ich dort eine Nacht verbrachte, fühlte es sich zwar besonders, aber irgendwie normal oder besser gesagt natürlich an. Als ob es ganz klar wäre, dass man im Dschungel aufwacht, aufsteht und Sonnengrüßen in einer Baumkrone macht.

Wir kochten dann den Rest unserer Suppe von gestern auf und machten Kaffee. Mittlerweile kann ich in fast jeder Situation Kaffee kochen. Gebt mir Wasser und gemahlenen Kaffee und am Ende ist es immer irgendwie trinkbar 🙂 So bestand unser Frühstücksbuffett aus Suppe, Kaffee und Ananas. Schließlich sind wir in Costa Rica, da gibt es immer und überall eine Ananas. Mit Blick in den Dschungel genossen wir den Morgen.

Ganz von alleine startete plötzlich ein Kreativitätsschwall. Ich hatte so viele Gedanken und Ideen im Kopf, dass ich mir sofort Zettel und Stift holen musste. Ehrlich gesagt, war ich ziemlich überrascht. Ich hatte mir den Morgen so vorgestellt, dass wir einfach nur gemütlich sitzen und in die Bäume schauen. Aber ich MUSSTE schreiben, schreiben, schreiben. Ich konnte nicht mehr aufhören alles in meinem Kopf niederzuschreiben.

Ich weiß nicht, ob es das neue Erlebnis war, dass mich dazu inspirierte oder einfach der Umstand, dass es so gut wie keine Ablenkung rundherum gibt. Es läutet kein Handy, es gehen keine Leute vorbei, es gibt keine Nachrichten, gar nichts. Einfach nur der Wald und du.

Ich weiß nicht, wie lange es her ist, dass ich so eine lange Zeit so fokussiert war ohne multitasking-mäßig zwischendurch etwas anderes zu machen. Es erinnerte mich ein bisschen an Kindsein: Nichts und niemand kann dich ablenken, wenn du in deiner Sache bist. Ich fühlte eine natürliche Wiederverbindung.

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